Prozess-Check: KI-Potenzial entdecken

Eine systematische Vorgehensweise und Checkliste für jedes Team und jede Abteilung, um Prozesse auf KI-Potenzial zu prüfen – Schritt für Schritt, praxisnah und sofort anwendbar.

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Der Prozess-Check ist Schritt 1 unserer KI-Strategie in 5 Schritten.

Was kann generative KI gut?

Bevor Sie Ihre Prozesse bewerten, ist es wichtig zu wissen, worin generative KI stark ist. Diese 10 Kernfähigkeiten bilden die Grundlage für die Checkliste.

1Texte erstellen und formulieren

E-Mails, Berichte, Angebote, Dokumentationen, Marketing-Texte – KI generiert professionelle Texte aus Stichpunkten oder Vorgaben.

  • E-Mail-Antworten formulieren
  • Angebotstexte aus Leistungsbeschreibungen
  • Protokolle und Berichte verfassen
  • Stellenausschreibungen optimieren
2Texte zusammenfassen und verdichten

Lange Dokumente, Meetings, Verträge – KI extrahiert die Kernaussagen und erstellt strukturierte Zusammenfassungen.

  • Meeting-Transkripte zusammenfassen
  • Vertragsinhalte auf Kernpunkte reduzieren
  • Wochenberichte aus Tagesnotizen erstellen
  • Rechercheergebnisse verdichten
3Übersetzen und lokalisieren

Dokumente, E-Mails und Webinhalte kontextbezogen in andere Sprachen übersetzen – mit Branchenwortschatz.

  • Geschäftskorrespondenz übersetzen
  • Technische Dokumentation mehrsprachig bereitstellen
  • Website-Inhalte lokalisieren
  • Internationale Kundenanfragen beantworten
4Daten analysieren und visualisieren

Tabellen, CSVs und Berichte auswerten, Muster erkennen und verständliche Diagramme erzeugen.

  • Umsatzdaten nach Regionen aufschlüsseln
  • Trends und Ausreißer erkennen
  • Ad-hoc-Reports für die Geschäftsleitung
  • Lagerbestände und Nachfrage prognostizieren
5Ideen generieren und brainstormen

Kreative Entwürfe, Kampagnenideen, Produktnamen, Strategieansätze – KI liefert Varianten und Inspiration.

  • Marketing-Kampagnenkonzepte entwickeln
  • Produktnamen und Slogans vorschlagen
  • Workshop-Agenda strukturieren
  • Lösungsansätze für Probleme brainstormen
6Strukturieren und kategorisieren

Unstrukturierte Informationen ordnen, Daten klassifizieren und Wissensdatenbanken aufbauen.

  • Support-Tickets nach Themen kategorisieren
  • Kundenfeedback gruppieren und priorisieren
  • Dokumentenablage strukturieren
  • FAQ aus häufigen Anfragen erstellen
7Recherchieren und aufbereiten

Informationen zu Themen zusammentragen, vergleichen und entscheidungsreif aufbereiten.

  • Markt- und Wettbewerbsanalysen
  • Technologievergleiche erstellen
  • Rechtliche Änderungen zusammenfassen
  • Lieferantenrecherche durchführen
8Vorlagen und Templates erstellen

Wiederkehrende Dokumente, Checklisten, Formulare und Standardtexte generieren und anpassen.

  • Vertragsvorlagen erstellen
  • Onboarding-Checklisten generieren
  • Standard-Antwortvorlagen für Support
  • Projektplan-Templates aufsetzen
9Qualitätssicherung und Prüfung

Texte korrekturlesen, Daten auf Plausibilität prüfen und Konsistenz sicherstellen.

  • Rechtschreib- und Grammatikprüfung
  • Faktencheck bei Dokumenten
  • Konsistenz über mehrere Dokumente prüfen
  • Barrierefreiheit von Texten verbessern
10Kommunikation personalisieren

Massenkorrespondenz individualisieren, Tonalität anpassen und zielgruppengerecht formulieren.

  • Newsletter-Varianten für Zielgruppen
  • Kunden-E-Mails personalisieren
  • Tonalität an Empfänger anpassen
  • Follow-up-Sequenzen erstellen

Vorgehensweise in 6 Schritten

So gehen Sie vor: Von der Bestandsaufnahme über die systematische Bewertung bis zum Pilotprojekt. Jedes Team kann diese Schritte eigenständig durchführen.

1

Prozesse inventarisieren

Erstellen Sie eine vollständige Liste aller Prozesse in Ihrem Team oder Ihrer Abteilung. Jeder Prozess, der regelmäßig durchgeführt wird, gehört auf die Liste – auch wenn er trivial erscheint.

Aufgaben:

  • Alle wiederkehrenden Tätigkeiten auflisten (täglich, wöchentlich, monatlich)
  • Für jeden Prozess den Zeitaufwand pro Durchlauf schätzen
  • Die Häufigkeit der Durchführung notieren
  • Den Verantwortlichen zuordnen
  • Eingangs- und Ausgangsinformationen identifizieren
Ergebnis: Prozessinventar mit Aufwand und Häufigkeit
2

Prozessschritte aufschlüsseln

Zerlegen Sie jeden Prozess in seine einzelnen Schritte. Nur auf Schrittebene lässt sich beurteilen, wo KI helfen kann. Ein Prozess kann 3 oder 30 Schritte haben – beides ist normal.

Aufgaben:

  • Jeden Prozess in einzelne Arbeitsschritte aufteilen
  • Art des Schritts bestimmen: manuell, digital, kommunikativ, kreativ, analytisch
  • Input und Output pro Schritt definieren
  • Abhängigkeiten zwischen Schritten kennzeichnen
  • Engpässe und Wartezeiten markieren
Ergebnis: Detaillierte Prozesslandkarte mit allen Einzelschritten
3

Jeden Schritt mit der Checkliste bewerten

Führen Sie für jeden Prozessschritt die Checkliste durch. Die Fragen helfen systematisch zu entscheiden: streichen, delegieren an KI, KI-unterstützt oder manuell belassen.

Aufgaben:

  • Checkliste pro Prozessschritt ausfüllen
  • Ergebnis kategorisieren: eliminieren / vollständig KI / KI-unterstützt / manuell
  • Quick Wins markieren (hoher Aufwand + gut für KI)
  • Datenschutz- und Qualitätsrisiken notieren
  • Einsparpotenzial in Stunden pro Monat schätzen
Ergebnis: Bewertete Prozessschritte mit KI-Potenzial und Priorisierung
4

Priorisieren nach Impact und Aufwand

Nicht alles auf einmal. Sortieren Sie die Ergebnisse nach dem Verhältnis von Einsparpotenzial zu Einführungsaufwand. Beginnen Sie mit den Quick Wins.

Aufgaben:

  • Impact-Effort-Matrix erstellen (hoch/niedrig)
  • Top-5 Quick Wins definieren
  • Abhängigkeiten und Reihenfolge festlegen
  • Benötigte Tools und Lizenzen identifizieren
  • Datenschutz-Freigaben klären
Ergebnis: Priorisierte Roadmap mit Quick Wins und nächsten Schritten
5

Pilotieren und testen

Setzen Sie die Top-Quick-Wins um. Testen Sie mit einem kleinen Team, messen Sie die Ergebnisse und sammeln Sie Feedback.

Aufgaben:

  • Pilot-Team auswählen (2–5 Personen)
  • KI-Tool für den Use Case auswählen und einrichten
  • Klare Erfolgskriterien definieren (Zeitersparnis, Qualität, Zufriedenheit)
  • Testphase durchführen (2–4 Wochen)
  • Wöchentliche Feedback-Runden einplanen
Ergebnis: Validierte Ergebnisse mit messbaren Verbesserungen
6

Evaluieren und skalieren

Messen Sie die Ergebnisse, dokumentieren Sie Lessons Learned und entscheiden Sie, was auf weitere Teams ausgerollt wird.

Aufgaben:

  • Vorher-Nachher-Vergleich erstellen (Zeit, Kosten, Qualität)
  • Feedback des Teams auswerten
  • Best Practices dokumentieren
  • Nutzungsrichtlinien aus der Praxis ableiten
  • Nächste Prozesse für die KI-Optimierung identifizieren
Ergebnis: Entscheidungsgrundlage für den Roll-out

Checkliste pro Prozessschritt

Führen Sie diese Checkliste für jeden einzelnen Prozessschritt durch. Die Fragen führen Sie systematisch zur richtigen Einschätzung: eliminieren, an KI delegieren, KI-unterstützt oder manuell belassen.

ANotwendigkeit prüfen

Bevor Sie über KI nachdenken: Ist der Prozessschritt überhaupt noch nötig?

A1

Ist dieser Prozessschritt für das Endergebnis erforderlich?

Manche Schritte existieren aus historischen Gründen. Wenn das Endergebnis ohne diesen Schritt gleich gut wäre, kann er entfallen.

Ja
Nein
A2

Würde jemand diesen Schritt vermissen, wenn er morgen wegfiele?

Fragen Sie die Empfänger des Ergebnisses. Oft sind Berichte oder Abstimmungen gewachsen, aber niemand nutzt sie aktiv.

Ja
Nein
A3

Gibt es eine gesetzliche oder regulatorische Pflicht für diesen Schritt?

Dokumentationspflichten, Compliance-Anforderungen oder vertragliche Vorgaben können einen Schritt zwingend machen.

Ja
Nein
A4

Wie oft wird dieser Schritt pro Monat durchgeführt?

Häufigkeit bestimmt das Einsparpotenzial. Ein Schritt, der 50x/Monat anfällt, hat mehr Optimierungspotenzial als einer, der 2x/Jahr vorkommt.

Täglich (20+ mal/Monat)
Wöchentlich (4–8 mal/Monat)
Monatlich (1–3 mal/Monat)
Seltener als monatlich

BKI-Delegationspotenzial

Kann generative KI diesen Schritt vollständig übernehmen?

B1

Handelt es sich primär um Textarbeit (schreiben, zusammenfassen, übersetzen, formulieren)?

Textbasierte Aufgaben sind die größte Stärke generativer KI. Hier ist das Delegationspotenzial am höchsten.

Ja
Nein
B2

Folgt der Schritt einem wiederkehrenden Muster oder einer Vorlage?

Standardisierte Aufgaben (z. B. Angebotstexte, Statusberichte, Antwortmails) eignen sich besonders gut für KI.

Ja
Nein
B3

Kann das Ergebnis ohne Fachwissen auf Korrektheit geprüft werden?

Wenn die Prüfung einfach ist, kann KI den Entwurf erstellen und ein Mensch prüft kurz. Wenn die Prüfung Expertenwissen erfordert, ist volle Delegation riskanter.

Ja
Nein
B4

Ist die Fehlertoleranz hoch genug für eine KI-Erstellung?

Bei internen E-Mails ist ein kleiner Fehler akzeptabel. Bei Verträgen oder medizinischen Dokumenten nicht.

Hoch – kleine Fehler sind akzeptabel
Mittel – Fehler sind unangenehm, aber korrigierbar
Niedrig – Fehler haben ernste Konsequenzen
B5

Enthält der Schritt personenbezogene oder vertrauliche Daten?

Bei personenbezogenen Daten ist die Tool-Wahl entscheidend (DSGVO). Bei Geschäftsgeheimnissen nur Enterprise-Tools nutzen.

Nein – keine sensiblen Daten
Ja, personenbezogen – DSGVO beachten
Ja, geschäftskritisch – nur interne Tools

CKI-Unterstützungspotenzial

Auch wenn KI den Schritt nicht vollständig übernehmen kann – kann sie unterstützen?

C1

Kann KI einen ersten Entwurf liefern, den ein Mensch überarbeitet?

Das ist der häufigste und wertvollste KI-Einsatz: KI erstellt 80 %, der Mensch verfeinert die letzten 20 %.

Ja
Nein
C2

Kann KI bei der Recherche oder Informationsbeschaffung helfen?

KI kann Informationen zusammentragen, vergleichen und aufbereiten – das spart oft die meiste Zeit.

Ja
Nein
C3

Kann KI Daten analysieren oder Muster erkennen, die den Schritt beschleunigen?

Bei analytischen Aufgaben kann KI Trends, Ausreißer oder Zusammenhänge schneller finden als manuelle Auswertung.

Ja
Nein
C4

Kann KI die Qualitätssicherung dieses Schritts übernehmen (Korrekturlesen, Plausibilitätsprüfung)?

Selbst wenn der Mensch den Schritt ausführt, kann KI als Qualitätskontrolle dienen.

Ja
Nein
C5

Kann KI Vorlagen oder Templates für diesen Schritt erstellen?

Einmalige Template-Erstellung durch KI kann einen Prozessschritt dauerhaft vereinfachen.

Ja
Nein
C6

Kann KI die Kommunikation in diesem Schritt übernehmen oder vorbereiten?

Antwort-Entwürfe, Statusupdates, Erinnerungen – KI kann Kommunikation beschleunigen und professionalisieren.

Ja
Nein

DAufwand und Wirtschaftlichkeit

Lohnt sich der KI-Einsatz bei diesem Schritt?

D1

Wie viel Zeit kostet dieser Schritt aktuell pro Durchführung?

Schätzen Sie realistisch. Auch 10 Minuten pro Durchführung summieren sich bei täglicher Wiederholung zu über 3 Stunden pro Monat.

Unter 5 Minuten
5–15 Minuten
15–60 Minuten
Über 1 Stunde
D2

Wie viele Personen im Team führen diesen Schritt durch?

Die Gesamtersparnis multipliziert sich mit der Anzahl der Personen.

1 Person
2–5 Personen
6–20 Personen
Über 20 Personen
D3

Wie hoch ist die aktuelle Fehlerquote bei diesem Schritt?

Fehler kosten nicht nur Zeit bei der Korrektur, sondern auch Reputation und Kundenzufriedenheit.

Sehr niedrig – selten Fehler
Gelegentlich – ab und zu Korrekturen nötig
Regelmäßig – häufige Nacharbeit
Hoch – Fehler sind ein bekanntes Problem
D4

Wie schnell könnte ein KI-Tool für diesen Schritt eingeführt werden?

Manche Schritte brauchen nur ChatGPT + einen guten Prompt. Andere erfordern Tool-Integration, Schulung oder Datenschutz-Freigabe.

Sofort – bestehendes Tool reicht
Kurzfristig – neues Tool einrichten (1–2 Wochen)
Mittelfristig – Integration/Schulung nötig (1–3 Monate)
Langfristig – größeres Projekt erforderlich

EGesamtbewertung

Fassen Sie Ihre Einschätzung zusammen.

E1

Wie bewerten Sie das KI-Potenzial dieses Prozessschritts?

Basierend auf allen vorherigen Antworten: Wie vielversprechend ist der KI-Einsatz hier?

Schritt eliminieren – nicht mehr erforderlich
Vollständig an KI delegieren
KI-unterstützt – Mensch + KI gemeinsam
Manuell belassen – KI bringt hier keinen Vorteil
E2

Priorität für die Umsetzung?

Berücksichtigen Sie Einsparpotenzial, Einführungsaufwand und strategische Bedeutung.

Sofort umsetzen (Quick Win)
Kurzfristig einplanen (nächste 4 Wochen)
Mittelfristig (nächstes Quartal)
Langfristig / zurückstellen

Entscheidungsmatrix: So lesen Sie Ihre Ergebnisse

Eliminieren

Der Schritt ist nicht erforderlich (A1 + A2 = Nein). Streichen Sie ihn – das ist die wirkungsvollste Optimierung.

Vollständig an KI delegieren

Textbasiert (B1 = Ja), musterbasiert (B2 = Ja), leicht prüfbar (B3 = Ja), hohe Fehlertoleranz (B4 = Hoch). KI erstellt, Mensch prüft kurz.

KI-unterstützt (Mensch + KI)

KI liefert Entwurf, Recherche oder Analyse (C1–C6 teilweise Ja). Der Mensch bleibt verantwortlich, aber wird deutlich schneller.

Manuell belassen

Niedrige Fehlertoleranz (B4 = Niedrig), sensible Daten (B5 = geschäftskritisch), kein KI-Vorteil erkennbar. Fokus auf andere Schritte.

Tipps für die erfolgreiche Durchführung

Für Teamleiter

  • Planen Sie 2–3 Stunden für die Erstaufnahme ein
  • Beziehen Sie das gesamte Team ein – jeder kennt seine Prozesse am besten
  • Starten Sie mit den 5 zeitintensivsten Prozessen
  • Dokumentieren Sie Ergebnisse für den Vergleich nach 3 Monaten

Für die Geschäftsleitung

  • Geben Sie Teams Zeit und Raum für die Evaluation
  • Schaffen Sie klare Datenschutz-Richtlinien als Rahmen
  • Feiern Sie Quick Wins – sie motivieren für die nächsten Schritte
  • Stellen Sie Budget für Enterprise-KI-Tools bereit

Nächste Schritte

Bereit für den Prozess-Check in Ihrem Unternehmen?

Wir begleiten Sie bei der Durchführung – von der Bestandsaufnahme bis zum ersten Pilotprojekt.